Was ist 5G Broadcast?

Was ist 5G Broadcast?

Was ist 5G?

Alle paar Jahre wird eine neue Generation des Mobilfunknetzes vorgestellt, die im Grunde nur schnellere mobile Daten auf dem Smartphone verspricht. Was unterscheidet nun die fünfte Generation – kurz 5G – von ihren Vorgängern 2G, 3G und 4G? Einfach zusammengefasst: es geht diesmal längst nicht mehr nur um den Telekommunikationssektor. Autonomes Fahren, Smart Homes und Smart Cities oder medizinische Operationen aus der Ferne: Durch 5G werden sie erst wirklich greifbar, denn diesmal verspricht ein neuer, universeller Standard echte Technologie-Konvergenz in nie da gewesener Form in bisher unerreichter Bandbreite.

Der Nachfolger des 4G-Standards LTE soll dabei mit einer Datenrate bis zu 10 Gbit/s daherkommen und verspricht eine Latenzzeit von unter einer Millisekunde. Was viele Nutzer mobiler Geräte freuen wird – mit der fünften Generation soll der Stromverbrauch um bis zu 90 Prozent gesenkt werden.

Was ist 5G Broadcast?

Was bedeutet 5G nun konkret für den Rundfunk? Die Konvergenz von Rundfunk und Breitband-Netzen ermöglicht in Zukunft eine Übertragung von Inhalten auf mobile Endgeräte in einem einheitlichen Standard, neben der Ausstrahlung auf den heimischen Fernseher. Bis etwa 2025 ist das zwar noch Zukunftsmusik, doch mit der Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen beginnt bereits im kommenden Jahr der Ausbau einer völlig neuen Kommunikations-Infrastruktur in Deutschland.

Der Fachbegriff lautet „5G Broadcast“ und bezeichnet ein großflächiges Übertragungsnetz, mit dem Rundfunkinhalte ähnlich wie bei DVB-T2 terrestrisch übertragen werden können. Eine Vorstufe des 5G Broadcast ist das Rundfunkübertragungssystem ATSC 3.0. Mithilfe des sogenannten Next Gen TV wurden bereits die Olympischen Spielen 2018 in Südkorea über 5G-Funknetze übertragen und auch die USA führen mit der neuen Technologie Versuche aus.

Das einzige, was man zum Empfang vom 5G-Rundfunk brauchen wird, ist ein 5G-fähiges Endgerät mit freigeschalteter Broadcast-Funktion. Was derzeit noch in der Entwicklung steckt, kann zukünftig ein Mobiltelefon sein, ein Bordfernseher im Auto, oder auch ein stationärer Fernseher. So können beispielsweise mobile Nutzer in Zukunft einfach per Smartphone unterwegs Programminhalte ansehen, ohne befürchten zu müssen, dass ihr Datenvolumen innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht ist. Die Inhalte kommen einfach über das HPHT-Broadcast-Netz auf das Endgerät, ohne dass der jeweilige Mobilfunk-Provider direkt involviert ist.

Neben den technologischen Aspekten spielen auch konkrete wirtschaftliche Interessen eine Rolle bei der Entwicklung des Rundfunkstandards der Zukunft. Um eine Personalisierung des Fernsehens von vornherein zu vermeiden, haben sich die Projektpartner jedoch für eine anonyme Nutzung stark gemacht.

In der Theorie ermöglicht die Kombination aus personalisierten und ortsbezogenen Inhalten beispielweise Werbeformen wie Targeted Advertising auch außerhalb des klassischen World Wide Web. Auch dem zunehmend individualisierten Nutzerverhalten kann 5G Broadcast gerecht werden: So wird die asynchrone Verbreitung von Programminhalten im mobilen Nutzungsbereich erst durch eine Datenautobahn wie 5G mit voller Rückkanalfähigkeit überhaupt möglich. Der Endverbraucher muss sich letztendlich im Standard jedoch keine Sorgen machen: Die anonyme Rundfunknutzung geht nicht verloren.