Medientage München: Weltweit einheitlicher Rundfunkstandard jetzt möglich

Medientage München: Weltweit einheitlicher Rundfunkstandard jetzt möglich

Wie weit ist die 5G Forschung bereits vorangeschritten und kann der 5G-Standard in der Praxis bereits für den Medienbereich genutzt werden? Diese und weitere Fragen zum Thema 5G erörterten Experten aus ganz Europa in einem gemeinsamen Panel des Bayerischen Rundfunks und des Instituts für Rundfunktechnik im Rahmen der Medientage München.

Wie weit die aktuelle Entwicklung des 5G-Standards bereits ist und was noch getan werden muss war Thema des Panels „Towards 5G Broadcast in Europe“ am Mittwoch auf den Medientagen München. Antonio Arcidiacono, Direktor für Technologie und Innovation der Europäischen Rundfunkunion (EBU), betonte bereits zu Beginn die momentan einmalige Möglichkeit, zum ersten Mal einen einheitlichen Rundfunkstandard durchzusetzen. „Wir haben die große Chance eines weltweiten Standards und des Brückenschlags zwischen Unicast- und Broadcast-Diensten für mobile Geräte auf Basis derselben Übertragungstechnologie“, so Arcidiacono.

Taskforce 5G Media Action Group

Um den neuen Mobilfunk-Standard europaweit durchzusetzen, hat sich innerhalb der Europäischen Rundfunkunion EBU eine Taskforce gebildet:  5G MAG, die Media Action Group für 5G. Arcidiacono forderte Unternehmen aus dem Medienbereich, der Telekommunikation bis hin zur Automobilindustrie auf, sich bei 5G MAG zu engagieren: „Es handelt sich um ein weltweites Projekt, das wir hier von Europa aus starten. Und dabei geht es nicht nur um Information oder Entertainment, sondern um ein neues infrastrukturelles Level, das wir erreichen können.“

Forschungen laufen

Damit das volle Potential der 5G-Netztechnik für die Produktion und Verbreitung von Medieninhalten genutzt werden kann, bedarf es allerdings noch einiger Forschung. Nach Auskunft von Dr. Khishigbayar Dushchuluun, Head of Radio Systems beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT), wird derzeit mit dem Release 16 bereits die nächste Entwicklungsstufe fertiggestellt.

Auch in Frankreich laufen bereits erste Tests mit dem neuen 5G-Standard. So berichtete Jacques Donat-Bouillud, Vice President Broadcast and Distribution bei FranceTV, über Tests in Paris, die über 5G den TV-Programmempfang in der französischen Metropole mobil auf Smartphones ermöglichen sollen. Donat-Bouillud: „Mit den bisherigen Ergebnissen sind wir zufrieden, da wir eine sehr gute Abdeckung erreicht haben.“

Auch in Italien hat der öffentlich-rechtlichen RAI erste Erfahrung in Turin gesammelt. „Wir arbeiten derzeit daran, die Tests auch auf andere Städte auszuweiten“, berichtet Vittoria Mignone, Senior Research bei RAI.

5G Broadcast funktioniert – und dann?

Welche Vorteile 5G Broadcast konkret bietet war Thema des zweiten Teils des Panels. Insbesondere bei den leistungsintensiven Datenübertragungen der Zukunft bietet 5G enorme Vorteile. So könnten beim autonomen Fahren über Head-up-Displays Entertainment-Inhalte, georeferenzierte Empfehlungen oder reisespezifische Services abgespielt werden. Auch im Bereich der Personalisierung von Medieninhalten beispielsweise bei nicht linearen Angeboten (on-demand) bietet 5G neue Möglichkeiten. „Die Diskussionen darüber müssen wir aber unbedingt heute und jetzt führen, selbst wenn die Projekte erst in zehn Jahren realisiert werden“, forderte Dr. Roland Beutler, Distribution Strategy Manager beim Südwestrundfunk.

Einigkeit bestand unter den Experten darüber, dass man bis zu den Medientagen 2020 in der Entwicklung bereits deutlich vorangeschritten sein wird und die Verwendung des 5G-Standard im Alltag bereits in naher Zukunft möglich sein wird.

Bayerisches 5G TODAY Forschungsprojekt vor erfolgreichem Abschluss

Bayerisches 5G TODAY Forschungsprojekt vor erfolgreichem Abschluss

Mit dem Pionierprojekt konnten erste Ergebnisse zu mobilem Rundfunkempfang über 5GTechnologie gewonnen werden. Nach dem vorgesehenen Projektende Ende Oktober soll dieAusstrahlung von 5G Broadcast weiter erforscht werden. Zum Potential der 5G-Netztechnikfür die Produktion und Verbreitung von Medieninhalten findet außerdem ein gemeinsames Panel von Bayerischem Rundfunk und IRT auf den Medientagen München statt.

München, 23. Oktober 2019 — Das bayerische Forschungsprojekt 5G TODAY geht seinem Ende zu. Im Rahmen von 5G TODAY wurde weltweit erstmals eine komplette Sendekette für die großzellige Verbreitung von TV-Programmen auf Basis des LTE/5G Broadcastmodus FeMBMS realisiert. Das Ziel dieser Feldversuche war es, die effiziente Verbreitung von TVProgrammen für den Empfang auf künftigen mobilen 5G-Endgeräten wie Smartphones und Tablets zu untersuchen. 5G Broadcast bietet grundsätzliche Vorteile wie eine hohe Videoqualität, niedrige Latenzzeiten und eine kostengünstige Verbreitung mit hoher Abdeckung.

Das von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderte Projekt lief bereits seit 2017. Mit 5G TODAY untersuchten die Projektpartner IRT, Kathrein, Rohde & Schwarz sowie als assoziierte Partner der Bayerische Rundfunk und Telefónica Deutschland gemeinsam die Möglichkeiten einer 5G-basierten Broadcast-Lösung. Neben der Entwicklung der dazugehörigen Komponenten für Sende- und Empfangstechnik fanden im Rahmen des Projektes umfangreiche Voruntersuchungen, Simulationen und Feldmessungen statt. Außerdem wurden verschiedene Antennenpolarisationen speziell für den Empfang auf Smartphones untersucht und Messsysteme für die FeMBMS-Feldversuche entwickelt. Aufgrund des erst jungen Status von FeMBMS sind auch weiterhin detaillierte Untersuchungen zum Synchronisationsverhalten und der daraus resultierenden Versorgungsqualität nötig. Unter den Projektpartnern besteht daher Einigkeit, die mit 5G TODAY begonnenen Arbeiten fortzusetzen und das Testfeld noch über die geplante Projektdauer weiter zu betreiben.

5G Broadcast: Weitere Länder ziehen mit Testprojekten nach

Bei den Feldmessungen von 5G TODAY zeigte sich bereits, dass sich mit FeMBMS die Eigenschaften eines klassischen Rundfunkübertragungssystems erreichen lassen. „Auf weiten Teilen der Messstrecke konnten wir einen guten mobilen TV-Empfang realisieren. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für weitere Standardisierungsarbeiten beim Thema 5G Broadcast“, so Aneta Baier, Projektleiterin beim Institut für Rundfunktechnik (IRT). Nach dem Vorbild von 5G TODAY werden seit einigen Wochen ebenfalls 5G Broadcast Feldversuche in Brasilien und China durchgeführt. Beide Länder griffen dafür ebenfalls auf die Sendertechnologie des bayerischen Herstellers Rohde & Schwarz zurück. In einem Fachpanel von IRT und BR im Rahmen der Medientage München wird diese Woche außerdem der Stand der europäischen Aktivitäten beim Thema 5G Broadcast vorgestellt und darüber diskutiert, wie sich gemeinsame Interessen hinsichtlich neuer Dienste bündeln lassen.

5G Broadcast: Brasilien startet Ausstrahlung mit bayerischer Technologie

5G Broadcast: Brasilien startet Ausstrahlung mit bayerischer Technologie

(Bild: Pixabay)

Das brasilianische Medienunternehmen Grupo Globo hat anlässlich des Rock in Rio Festivals den ersten brasilianischen 5G Broadcast-Feldversuch mit Equipment von Rohde & Schwarz durchgeführt.

München, 16. Oktober 2019 — In Rio de Janeiro hat Globo, das größte brasilianische wie auch lateinamerikanische TV-Netzwerk, vor kurzem zusammen mit Rohde & Schwarz einen 5G Broadcast-Feldversuch durchgeführt. Dabei wurde das Festival Rock in Rio Ende September mittels der neuen Technologie als 4K-Signal übertragen. Der bayerische Elektronikhersteller Rohde & Schwarz, der auch das 5G TODAY Projekt mit seiner Technologie unterstützt, stellte dafür einen R&S TMU9evo Sender und die Netzwerkkomponente R&S BSCC zur Verfügung. Ziel des Testlaufs ist es, die Übertragungstechnologie auf ihre Betriebsfähigkeit und Marktchancen hin zu validieren. Ähnlich wie das 5G TODAY-Projekt in Bayern soll der brasilianische Feldversuch damit einen Beitrag zur Diskussion über die weitere Entwicklung des Fernsehens im wachsenden 5G-Technologieumfeld leisten. Bereits im Sommer hatte sich eine chinesische Delegation in München über das 5G TODAY-Projekt informiert und anschließend Senderequipment bei Rohde & Schwarz für einen Feldversuch in China geordert.

Das von der Bayerischen Forschungsgemeinschaft (BFS) geförderte 5G TODAY-Projekt in Bayern läuft seit 2017. Mit dem Forschungsprojekt untersuchen die Projektpartner Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz sowie als assoziierte Partner Bayerischer Rundfunk und Telefónica Deutschland gemeinsam die Möglichkeiten einer Broadcast-Lösung, basierend auf der zukünftigen 5G-Technologie. Als Senderhersteller ist Rohde & Schwarz schon seit Jahren eine treibende Kraft bei der Entwicklung von 5G Broadcast. Mit diesem zukunftsweisenden Konzept können Rundfunkbetreiber in einem sich stetig wandelnden Markt Inhalte für unterschiedliche Anwendungen im Broadcast-Modus großflächig über 5GNetze ausstrahlen. Dies bietet Vorteile wie eine hohe Videoqualität, niedrige Latenzzeiten und eine kostengünstige Verbreitung mit hoher Abdeckung.

Broadband TV News berichtet über Rohde & Schwarz und 5G TODAY

Broadband TV News berichtet über Rohde & Schwarz und 5G TODAY

Das Fachmagazin Broadband TV News berichtet aktuell, dass nach dem Vorbild von 5G TODAY in China ein ähnliches 5G-Broadcast Testprojekt gestartet wird. Rohde & Schwarz liefert auch hierfür wichtige Komponenten. Den vollständigen Artikel darüber finden Sie hier.

China startet 5G Broadcast-Projekt mit bayerischer Technologie

China startet 5G Broadcast-Projekt mit bayerischer Technologie

5G TODAY Broadcast Partner Rohde & Schwarz liefert Technologie

12.8.2019 Dem bayerischen Beispiel des 5G TODAY-Projekts folgend, beginnt China ab August mit einem eigenen 5G Broadcast Versuchsnetz auf Sendung zu gehen. Ziel ist es, den kommerziellen Einsatz von 5G Sendungen für großflächige TV-Übertragungen bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking und eine weitere nationale Expansion bis 2025 zu erreichen. Mit der Verwirklichung des Projektes wurden mit der Academy of Broadcasting Science (ABS) und China Broadcasting Network Co. Ltd. (CBN) zwei öffentliche Einrichtungen der Regierungsbehörde Chinese National Radio and Television Administration (NRTA) betraut.

Das von der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) geförderte und seit Mai 2019 in Betrieb befindliche 5G TODAY-Projekt in Bayern überzeugte die NRTA-Delegation vollständig, ebenfalls ein solches Versuchsfeld zu betreiben. Schon seit einiger Zeit forscht das NRTA am Mobilfunkstandard der nächsten Generation. Das FeMBMS (Further Evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) und das damit verbundene High Tower High Power (HTHP) Konzept betrachtet das NRTA nun als geeignetste Lösung. Durch die Tatsache, dass CBN im Juni 2019 die kommerzielle 5G-Lizenz von 4,9 GHz mit 50 MHz-Band erhalten hat, ist ein FeMBMS-Feldversuch daher die logische Konsequenz.

Das Pekinger Versuchsnetz umfasst mit dem CCTV Tower, Jing Guang Center und Ming Ren Square drei Stationen, die in einem Gleichwellennetz (SFN) betrieben werden und ca. 10 km voneinander entfernt sind. Bei dem Aufbau des Netzwerkes haben sich sowohl ABS als auch CBN auf Rohde & Schwarz-Sender und Kernnetzwerkkomponenten verlassen, da das Unternehmen Rohde & Schwarz bereits seit Jahren ein wichtiger Impulsgeber für das Thema 5G Broadcast ist. Die Sender mit 1 kW Ausgangsleistung werden bei der Mittenfrequenz 754 MHz mit 5 MHz Bandbreite (später 10 MHz) arbeiten. Ein von der Technischen Universität Braunschweig entwickelter SDR-Empfänger (Software Defined Radio) sowie ein Signal Analyzer von Kathrein sind im gleichen Testpaket enthalten. Mit dieser End-to-End-Implementierung planen ABS und CBN die Durchführung verschiedener Tests, wie z.B. Feldstärkeausbreitung, Netzabdeckung, Mobilitätsempfang, Anwendungsmöglichkeiten und Zusammenarbeit mit dem LTE-Unicast-Netzwerk.

Erstes 5G-Testfeld für Rundfunkübertragung nimmt in Bayern seinen offiziellen Betrieb auf

Erstes 5G-Testfeld für Rundfunkübertragung nimmt in Bayern seinen offiziellen Betrieb auf

Start-Event am IRT: Inbetriebnahme des Rundfunk-Testfelds 5G TODAY

München, 09. Mai 2019: Das Projekt 5G TODAY hat heute mit einem einzigartigen Testfeld für 5G-Rundfunkübertragung seinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Projektpartner Bayerischer Rundfunk, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutschland erproben damit die testweise Rundfunkverbreitung für eine künftige 5G-Technologie. Das neue und großflächige 5G-Testfeld in Oberbayern wird von zwei Hochleistungssendern mit je 100 Kilowatt (kW) Ausgangsleistung (technisch: ERP) an den Standorten Ismaning und am Wendelstein versorgt. Mithilfe der hohen Sendetürme und der hohen Leistung der Sender (High-Power-High-Tower-Konzept, HPHT) wird die großflächige Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen auf Basis des neuen Broadcast-Modus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) getestet. Der FeMBMS-Rundfunkmodus erlaubt eine weitreichende und preiswerte Verbreitung attraktiver Inhalte über sehr große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, Dr. Florian Herrmann, MdL, startete den Betrieb des Senders per Tablet vor 150 Gästen aus der Telekommunikations- und Medienbranche, die an einer zweitägigen Fachkonferenz des IRT teilnehmen. „Mit diesem Meilenstein schaffen wir einen Impuls für die bayerische Medienlandschaft und stellen einmal mehr die Innovationskraft des Freistaates heraus“, so Herrmann.

Mit dem Projekt 5G TODAY soll der Grundstein für eine effiziente Übertragung von Rundfunkinhalten in den 5G-Netzen der Zukunft gelegt werden. Es wird seit 2017 mit Mitteln der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert. „Ich freue mich, dass wir heute das erste großflächige Testnetz der Welt für 5G-Broadcasting eröffnen können“, so Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks und derzeit ARD-Vorsitzender.

„Wir müssen unsere künftigen digitalen Kommunikationsinfrastrukturen so gestalten, dass weiterhin die Teilhabe aller Menschen an vielfältigen Inhalten gewährleistet ist. Ich begrüße, dass Bayern in diesem Sinne bei der Standardsetzung und Ausgestaltung unserer digitalen Welt eine Vorreiterrolle spielt.“

Was bei der Verbreitung von Rundfunkinhalten bislang fehlte, ist ein effizienter und direkter Weg, um Nutzer ohne zusätzliche Kosten für sie mit linearen Live-Inhalten auf mobilen Geräten zu erreichen. Deshalb hat der BR zusammen mit dem IRT und drei Branchenführern 2017 das 5G TODAY-Projekt gestartet. Damit wird getestet, wie auf der Basis von 5G-Broadcasting zukünftig eine Overlay-Infrastruktur geschaffen werden kann, die sich zur gleichzeitigen Versorgung von Millionen künftiger 5G-Mobilgeräte eignet. Dabei sollen weder die regulären Mobilfunknetze belastet werden, noch zusätzliche Kosten für die Bürger entstehen.

Auch die technischen Projektpartner zeigen sich zufrieden mit dem Projekt: „Mit seiner Expertise von Mobilfunk- und Rundfunktechnik kann Kathrein sein Know-how aus beiden Bereichen einbringen. Diese Synergien sind für uns bei der Erprobung verschiedener Dienste bei 5G TODAY sehr wertvoll“, betont Anton Kathrein, CEO der Kathrein-Gruppe. Am Sender Ismaning wurde ein Antennensystem von Kathrein ins Testfeld integriert, das für die Verbreitung von Rundfunksignalen an mobile Endgeräte konzipiert ist.

Für die 5G-Rundfunkübertragung werden HPHT-Sender von Rohde & Schwarz genutzt. „Mit diesem zukunftsweisenden Konzept genießen Broadcaster bei der Verbreitung von Videoinhalten über 5G-Netze dieselben Vorteile wie beim klassischen Rundfunk wie beispielsweise eine hohe Videoqualität, kurze Latenzzeiten und eine große Reichweite. Mit unseren Hochleistungssendern tragen wir entscheidend zum Betrieb des Testfelds bei“, betont Peter Riedel, Geschäftsführer von Rohde & Schwarz. Die beiden Testsender werden in einem Gleichwellennetz (SFN: Single Frequency Network) über Kanal 56/57 (750–760 MHz) betrieben.

Dafür stellt Telefónica Deutschland die geeigneten Frequenzen zur Verfügung: „Wir unterstützen das 5G TODAY-Projekt bei der Koordination des genutzten Spektrums im 700-MHz-Band. Uns liegt viel daran, mehr über die großflächige Ausbreitung im Bereich von 700 MHz und damit die Anwendung sehr großer Funkzellen zu erfahren.“, so Gerald Huber, Senior Manager 5G Projects bei Telefónica Deutschland.

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme zeigte sich Michael Hagemeyer, Geschäftsführer des IRT, zufrieden: „In München und Oberbayern haben wir mit dem Testfeld nun ein Alleinstellungsmerkmal und ein echtes Pionierprojekt – auch wenn bis zu einem möglichen öffentlichen Betrieb und bis zur Verfügbarkeit von kommerziellen Endgeräten noch einige Jahre vergehen werden. Für unsere Forschung wird der Test wichtige Erkenntnisse liefern.“ Das IRT koordiniert das Projekt und entwickelt dafür einen Prototypen eines FeMBMS-Empfängers auf Basis der Software Defined Radio Technik (SDR). In Zukunft könnte diese Technologie in Smartphones, Tablets und TV-Geräten für den Empfang von Rundfunk über 5G integriert werden. Der Testempfänger für das Start-Event wird freundlicherweise vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig zur Verfügung gestellt.

Der Testbetrieb von 5G TODAY läuft von nun an bis Herbst 2019, danach werden die Ergebnisse ausgewertet und die weitere Verwertung der Erkenntnisse geplant. Das Projekt endet am 31. Oktober dieses Jahres.

Bild (IRT): Start-Event am IRT: Inbetriebnahme des Rundfunk-Testfelds 5G TODAY – Von links: Prof. Dr. Dr. h.c. Arndt Bode (Bayerische Forschungsstiftung), Uwe Löwenstein (Telefónica), Anton Kathrein (Kathrein-Gruppe), Ulrich Wilhelm (ARD-Vorsitzender, BR), Dr. Florian Herrmann (Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien), Thomas Janner (Rohde & Schwarz), Manfred Reitmeier (Rohde & Schwarz), Michael Hagemeyer (IRT), Prof. Dr. Ulrich Reimers (IfN, TU Braunschweig)

Kathrein treibt mit Rohde & Schwarz weltweit erstes 5G-Testfeld für TV-Übertragung voran

Kathrein treibt mit Rohde & Schwarz weltweit erstes 5G-Testfeld für TV-Übertragung voran

Rosenheim, 07. Dezember 2018 – Im Rahmen des Forschungsprojekts 5G TODAY haben die Projektpartner Kathrein und Rohde & Schwarz zwei wichtige Meilensteine erreicht: Am Senderstandort Ismaning bei München wurde eine neuartige Antenne von Kathrein für den Testbetrieb fertiggestellt. Zudem ging auf der Senderstation Wendelstein des Bayerischen Rundfunks ein Sender von Rohde & Schwarz erfolgreich in Betrieb. Die speziell hergestellte Antenne und der Sender sind Teil der Testausstrahlung von LTE Broadcast. Das 5G-TODAY-Projekt wird gefördert von der Bayerischen Forschungsstiftung. Unter der Federführung des IRT (Institut für Rundfunktechnik) sind weiterhin beteiligt der Bayerische Rundfunk und Telefónica Germany.

Der neue Netzstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie, wenn künftig Fahrzeuge hoch automatisiert fahren oder Geräte im Internet der Dinge miteinander vernetzt werden. Darüber hinaus bietet 5G auch ein großes Potenzial für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten. Mit der Einführung von 5G entsteht ein weltweiter Markt mit Millionen von Smartphones und Tablet-PCs als potentiellen TV-Empfängern, auf denen die Live-TV-Dienste, Mediatheken, Sozialen Netzwerke und vielen weiteren Mediendienste attraktiv angeboten und kombiniert werden können.

LTE Broadcast oder FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) wurde in Sommer 2017 mit dem 3GPP Release 14 spezifiziert. Es definiert neue Möglichkeiten der Rundfunkverbreitung auf mobile LTE-fähigen Endgeräte wie Smartphones oder Tablets. Mit den Erweiterungen des Standards werden erstmals High-Power High-Tower (HPHT) Anwendungen im Downlink only-Modus mit der vollen Signalbandbreite für Multicast/Broadcast möglich. Außerdem wurden mit dem 3GPP Release ein erweitertes Cyclic Prefix (Guard Interval) und Modi definiert, die einen Betrieb ohne SIM-Karten erlauben, wie es für die Rundfunk-Anwendung erforderlich ist.

Der Standort in Ismaning bildet mit dem Sender auf dem Wendelstein ein Single Frequency Network (SFN) und soll den mobilen und portablen Empfang im Großraum München sowie auf den Hauptverkehrsadern zwischen München und Salzburg ermöglichen. Der Kommunikationstechnik-Spezialist Kathrein entwickelte für die Sendeanlage in Ismaning eine spezielle Antenne für die Ausstrahlung von Diversity-Signalen. Zwölf neuartige UHF-Antennenfelder wurden hierfür in 200 Meter Höhe installiert. Dabei musste auch ein 370 Meter langes, armdickes HF-Sendekabel verlegt werden. Ende Januar soll ein weiterer Rohde & Schwarz Hochleistungssender mit 7kW Ausgangsleistung für 100 kW ERP auf die Antenne aufgeschaltet werden. Danach wird das Versuchsfunknetz für die Messungen vorbereitet.

Im Rahmen des bayerischen Forschungsprojekts 5G TODAY wird derzeit ein großer europäischer 5G-Feldversuch in Deutschland aufgebaut. Das Projekt wird gefördert von der Bayerischen Forschungsstiftung. Unter Leitung des Instituts für Rundfunktechnik untersuchen die Projektpartner Kathrein und Rohde & Schwarz die großflächige TV-Übertragung im Rundfunkmodus FeMBMS in 5G. Unterstützt wird das Projekt von Telefónica Germany und dem Bayerischen Rundfunk, der für diesen Feldversuch zwei HPHT-Standorte in der Nähe von München bereitstellt.

© KATHREIN SE, Rosenheim